Klassische Textfehler

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Die Zu- und Abnahme von Werten

Immer wenn in einem Text beschrieben wird, dass bestimmte Zahlen steigen oder sinken, muss sich eben dieses Verb, das den Verlauf angibt, auf den entsprechenden Zahlenwert beziehen – nicht etwa auf Personen oder Ereignisse.

Falsch: Die Kundinnen und Kunden gingen im Juni stark zurück.

Korrekt: Die Zahl der Kundinnen und Kunden ging im Juni stark zurück.

„14-tägig“ oder „14-täglich“?

Immer wieder finden sich in Pressemitteilungen Ankündigungen von unendlich langen Treffen: Meetings und Gesprächsrunden über zwei Wochen („Wir treffen uns 14-tägig.“) scheinen keine Seltenheit zu sein.

Oder sind vielleicht doch eher 14-tägliche bzw. zweiwöchentliche Treffen gemeint?

TIPP: Wöchentlich und täglich beziehen sich beide auf die Regelmäßigkeit. Entsprechend kannst du dir merken, dass -LICH nicht für die Dauer steht, sondern die Regelmäßigkeit definiert. 

„XY zählt zu einem der führenden Unternehmen“ Insbesondere im Corporate Writing zählt Eigenlob meist zum Standard-Repertoire. Wer sich jedoch als „zu einem der führenden Unternehmen“ gehörig beschreibt, kommuniziert damit streng genommen, dass der eigene Betrieb als Subunternehmen agiert – für eines der führenden Unternehmen im Bereich XY. Sofern ein Unternehmen also tatsächlich das ausdrücken möchte, ist hier nichts zu beanstanden. In allen anderen Fällen lautet die korrekte Formulierung jedoch: „XY ist eines der führenden Unternehmen“ oder „XY zählt zu den führenden Unternehmen“.

„XY zählt zu einem der führenden Unternehmen“

Auch im Corporate Writing zählt Eigenlob oft zum Standard-Repertoire. Wer sich dabei jedoch „zu einem der führenden Unternehmen“ zählt, kommuniziert damit streng genommen, dass der eigene Betrieb als Subunternehmen agiert – für eines der führenden Unternehmen im Bereich XY.
Sofern genau das damit ausgedrückt werden soll, ist hier also nichts zu beanstanden. In allen anderen Fällen lautet die korrekte Formulierung jedoch: „XY ist eines der führenden Unternehmen“ oder „XY zählt zu den führenden Unternehmen“.

 

Ein Gutachten „beauftragen“ oder „in Auftrag geben“?

Sowohl in Webtexten als auch in Presseartikeln finden sich immer wieder Zeilen, die beschreiben, wie Personen Gutachten beauftragen. Konkret fordern also Menschen einen Gegenstand (das Gutachten) dazu auf, etwas zu tun. Ist diese Aussage so nicht beabsichtigt, müsste die Formulierung korrekterweise lauten:

„Ein:e Gutachter:in wird beauftragt.“

oder

„Ein Gutachten wird in Auftrag gegeben.“

„Wider besseren Wissens“ oder „Wider besseres Wissen“?

Wird „wider“ als Synonym für „gegen“ verwendet, so ist der darauf folgende Satzteil in den Akkusativ zu setzen – nicht etwa in den Genitiv oder Dativ. Deshalb lautet die korrekte Formulierung „Wider besseres Wissen“.

„Soweit“ oder „so weit“?

Wer sich beim Schreiben gern auf die Autokorrektur verlässt, kennt diesen Textfehler mit Sicherheit: „Es ist wieder soweit.“

Selbst eine schnelle Google-Suche (mit dem entsprechenden Satz in Anführungszeichen) hilft in diesem Fall nur selten weiter, da bereits so viele Texte mit einer fehlerhaften Schreibweise von der Suchmaschine indexiert wurden, dass die entsprechenden Suchergebnisse mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch falsch sein werden.

Also hier dein neuer Merksatz:
„So weit“ wird immer getrennt geschrieben, außer es wird als Konjunktion verwendet. 

Falsch: „Es ist wieder soweit.“, „Soweit, so gut.“

Korrekt: „Es ist wieder so weit.“, „So weit, so gut.“

„Wörter“ oder „Worte“?

Wenn ein Mensch sprachlos ist, fehlen ihm dann die Wörter oder die Worte? Ganz einfach: Immer wenn von zusammenhängenden Formulierungen oder Sprachsequenzen die Rede ist, so ist die Bezeichnung „Worte“ korrekt. Einem sprachlosen Menschen fehlen also die Worte. Einem schlecht vorbereiteten Menschen in einem Vokabeltest fehlen dagegen eher die Wörter.

Das exemplarische Beispiel

Klar, eine blumige Sprache mit ausdrucksstarken Wörtern und Beschreibungen kann einen Text ungemein aufwerten. Was jedoch unter keinen Umständen passieren sollte – so die Maximen der klassischen Rhetorik – sind Redundanzen, die den Text unnötig in die Länge ziehen und seine Botschaft verwässern. So zum Beispiel, wenn in einem Text von einem „exemplarischen Beispiel“ die Rede ist. Denn: Jedes Beispiel ist von Natur aus exemplarisch, sonst wäre es kein Beispiel.

 

Die soziale Schwäche

Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben, werden in den Medien häufig als „sozial schwach“ bezeichnet. So ist die Rede von sozial schwachen Schüler:innen, von sozial schwachen Familien und sozial schwachen Problembezirken. Doch was hat der Begriff „sozial“ in dieser Formulierung verloren, wenn es doch nur um finanzielle Mittel geht?  Richtig: Gar nichts. Alternative Formulierungen wären also – wenn es denn unbedingt einen Euphemismus braucht – „finanziell schwach“ oder „wirtschaftlich schwach“.

 

„Anscheinend“ oder „scheinbar“?

Sehr häufig wird „scheinbar“ gebraucht, obwohl eigentlich „anscheinend“ gemeint ist. Doch der Unterschied in der Bedeutung ist gravierend: „Scheinbar“ ist ein Adjektiv, kein Adverb. Dennoch wird es häufig synonym für das Adverb „anscheinend“ genutzt.

„Scheinbar“ sagt aus, dass etwas nach außen hin so erscheint, aber in Wirklichkeit nicht so ist („Scheinbar ist die Zeit stehengeblieben.“)

„Anscheinend“ meint, dass von einer Annahme nach wie vor ausgegangen wird. („Anscheinend wird es im nächsten Jahr zu einer Fusion kommen. /Allem Anschein nach wird es im nächsten Jahr…“)

 

„Auf’s Haus“ oder „Aufs Haus“?

Nicht nur in der Gastronomie gehen öfter Dinge „auf das Haus“ – doch auch nicht nur in der Gastronomie wird hierbei gern ein Sonderzeichen zu viel verwendet. Denn laut Duden sind die Verschmelzungen von Präpositionen mit Artikeln möglich, ganz ohne dass ein Apostroph gesetzt werden muss. 

auf + das = aufs
durch + das = durchs
für + das = fürs
in + das = ins
um + das = ums
hinter + dem = hinterm
hinter + den = hintern
vor + dem = vorm
vor + den = vorn
über + dem = überm
über + den = übern
etc.

Lediglich bei weniger geläufigen oder umgangssprachlichen Formulierungen wie „nach’m Fußball“ oder „auf’m Hof“ wird mit Apostroph gearbeitet. 

Das Genitiv-Apostroph bzw. -Akzentzeichen

Auch bei Markennamen gilt: Lediglich Eigennamen, deren Grundform auf s, ss, ß, tz, z, x oder ce endet, bekommen im Genitiv ein Apostroph.

Der Genitiv wird also meistens ohne Apostroph gebildet, aber wirklich in jedem Fall ohne irgendwelche anderen Akzentzeichen wie Gravis (accent grave) oder Akut (accent aigu).

„Aus“ oder „nach“ bestem Wissen?

Auch diese Wendung wird insbesondere im Corporate Writing für Unternehmen gern genutzt, um die hohen Qualitätsstandards zu betonen. Jedoch sollte niemand etwas „aus“ einem Wissen „heraus“ tun, sondern viel mehr „nach“ einem bestimmten Wissen“ handeln.

Das Plural-Apostroph

PC’s, Uni’s, Kuli’s – Nach wie vor kämpfen viele Menschen gegen den permanenten Drang an, Pluralformen überflüssigerweise mit Apostroph zu bilden. Dabei gilt seit jeher die goldene Regel: Vor einem Plural-s steht kein Apostroph.

 

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