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Medienrhetorik

Quellen und Literaturempfehlungen am Ende der Seite.

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Der Begriff <Medienrhetorik> ist ein deutscher Neologismus, bei dem der erste Wortbestandteil auf medius (lat. dazwischen befindlich) zurückgeht. Aristoteles spricht auch von metaxu, der vermittelnden Instanz zwischen der menschlichen Wahrnehmung und dem Gegenstand. Nun besagt die medienrhetorische Hypothese:

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Medien besitzen rhetorisches Potenzial.

Damit bedeutet ein Wechsel des Mediums gleichsam eine Modifizierung der transportierten Botschaft. 

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Da wir nach McLuhans Leitsatz „The Medium is the Message“ (1976) arbeiten, gehen wir davon aus, dass die Darreichungsform enormen Einfluss auf die Botschaft besitzt: Medien entfalten in ihrer Eigenschaft als <Medien> eigene rhetorische Effekte.

Jedes Medium hat andere Nutzergruppen und jede Nutzergruppe rezipiert (schaut, klickt und kauft) auf andere Weise: Web-Texte und Homepages werden nicht mehr gelesen, sondern gescannt. Die Seitenbesucher lassen Ihre Augen über die Wörter fliegen, bleiben an einigen kurz hängen, wenn sie kOMIsch genug aussehen. Na, ertappt?

Und das macht auch Sinn, schließlich wird Schrift am Bildschirm vom Auge nicht mehr linear wahrgenommen, sondern eher flächig wie ein Bild. Dieses Nutzerverhalten gilt es bei der Produktion von Inhalten fürs Web unbedingt zu beachten. Und so behalten antike Überzeugungsmittel wie das Gebot der Brevitas (die Kürze) und die Prinzipien des Tua Res Agitur und Attentum Parare (Techniken der Aufmerksamkeitsgewinnung) weiterhin ihre Relevanz.

Internetrhetorik: Die Grundzüge einer digitalen Agorá

Die Bezeichnung des Internets im Allgemeinen als digitale Agorá ist ursprünglich auf Al Gore zurückzuführen und beschreibt das Ideal eines dimissiven Settings, in welchem die Hierarchie zwischen Sender und Empfänger aufgehoben wird. Dies bedeutet, dass der Zugang zur Oratorrolle innerhalb virtueller Gemeinschaften um ein Vielfaches einfacher ist als in der analogen Situativik: Jeder Teilnehmer einer virtuellen Gemeinschaft kann sowohl in die Rolle des Orators, als auch in die des Adressaten schlüpfen. Als Online-Orator(-Instanz) gilt es deshalb innerhalb dieser Gemeinschaft mittels verschiedener Kommunikationsstrategien eine „zentrale und damit glaubwürdige und einflussreiche Position einzunehmen, um von dieser Position aus sein Anliegen besser durchsetzen zu können.“ (Schmid, 2007)

Kurz gesagt:

Es geht darum, Inhalte überzeugend darzustellen und in eine angemessene Form zu bringen. Eine Form, die dem Medium angemessen ist, über das die Inhalte transportiert werden.

Deshalb ist eine Formulierung, die auf der zweiten Seite des Staatsanzeigers wahre Begeisterungsstürme auslöst, noch längst nicht die richtige für Ihren Twitter-Account, – nein, nicht einmal für die Online Ausgabe des Staatsanzeigers.

Quellen und Literaturempfehlungen

Knape, Joachim (Hg.): Medienrhetorik. Tübingen, 2005.

Knape, Joachim: Was ist Rhetorik? Stuttgart, 2000.

Knape, Joachim: Persuasion. In: Historisches Wörterbuch der Rhetorik 6 (2003), Sp. 874-907.

McLuhan, Marshall: Understanding Media. London, 1964.

Schmid, Julia Katrin: Internet-Rhetorik. Berlin, 2007.

Besonderer Dank gilt meinen Professoren Dr. Joachim Knape und Dr. Olaf Kramer.

Wir sind bereit.

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